Deutschland investiert so viel wie nie zuvor in die Digitalisierung seiner Schulen. Der erste DigitalPakt stellte 6,5 Milliarden Euro bereit, der im Dezember 2025 beschlossene DigitalPakt 2.0 legt bis 2030 weitere fünf Milliarden Euro nach. Trotzdem zeigt die Praxis ein gemischtes Bild: Manche Schulen arbeiten selbstverständlich mit digitalen Werkzeugen, andere kämpfen weiterhin mit instabilem WLAN. Zeit für eine ehrliche Bilanz.

Was der DigitalPakt bisher erreicht hat

Der erste DigitalPakt Schule hat die digitale Grundausstattung an deutschen Schulen messbar verbessert. Mehr als die Hälfte aller Schulen hat von den bereitgestellten Mitteln profitiert. Fast jede Schule verfügt mittlerweile über WLAN, digitale Whiteboards oder Beamer. Rund 65 Prozent der Schulen besitzen Tablets oder Laptops für den Unterricht. 83 Prozent der Lehrkräfte in den Sekundarstufen haben Zugang zu Lernplattformen wie Moodle oder iServ.

Der DigitalPakt 2.0 setzt nun stärker auf nachhaltige Strukturen. Neben der Infrastruktur fördert er ausdrücklich die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die Lehrkräftefortbildung. Der Bund investiert zudem 250 Millionen Euro in praxisorientierte Forschung mit fünf Forschungsclustern. Ein wesentlicher Fortschritt: Die Bürokratie wurde deutlich reduziert, kommunale Schulträger erhalten nun Pauschalmittel für eine schnellere Umsetzung.

Wo die Umsetzung ins Stocken gerät

Die Zahlen klingen zunächst positiv, doch der Schulalltag erzählt eine andere Geschichte. Nur etwa 74 Prozent der Schulen verfügen über eine wirklich stabile Breitbandverbindung. Lediglich 35 Prozent der Klassen arbeiten mindestens einmal pro Woche mit digitalen Endgeräten. Das bedeutet: In zwei von drei Klassenräumen spielen Tablets und Laptops im regulären Unterricht kaum eine Rolle.

Ein zentrales Problem liegt im Betrieb. Wenn IT Verträge auslaufen, fehlt oft die Anschlussfinanzierung. Aus digitaler Routine wird dann improvisierte Ausnahme. Rund jeder dritten Schule fehlt ein Medienkonzept, das die pädagogische Nutzung digitaler Werkzeuge systematisch verankert. Und laut einer Bitkom Studie von 2024 fühlen sich 72 Prozent der Lehrkräfte im Umgang mit digitalen Tools nur „teilweise sicher", obwohl Ausstattung und Schulungen vorhanden sind.

Technik allein reicht nicht: Lehren aus Schweden

Dass Technik allein keine Verbesserung bringt, zeigt das Beispiel Schweden. Das einst als Digitalvorreiter gefeierte Land hat seine Strategie grundlegend korrigiert. Seit 2024 stellt die Regierung 106 Millionen Euro bereit, um wieder gedruckte Lehrbücher anzuschaffen. Kinder unter zehn Jahren werden vom digitalen Unterricht weitgehend ferngehalten. Der Grund: Die Lesekompetenz schwedischer Schülerinnen und Schüler war in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Die Botschaft aus Schweden lautet nicht, dass Digitalisierung grundsätzlich schadet. Sie lautet: Technik ohne pädagogisches Konzept verfehlt ihr Ziel. Genau diese Erkenntnis sollte auch die deutsche Bildungspolitik leiten.

Was tatsächlich funktioniert

E Learning, Lernplattformen und KI Anwendungen entfalten dort ihre Wirkung, wo klare didaktische Leitlinien vorhanden sind. Die Erfolgsfaktoren lassen sich konkret benennen:

  • Medienkonzept als Grundlage: Schulen mit einem langfristigen Plan für IT Ausstattung, Datenschutz und Medienbildung setzen digitale Werkzeuge deutlich wirksamer ein als Schulen ohne Strategie.
  • Kontinuierliche Fortbildung: Einmalige Schulungen reichen nicht. Lehrkräfte brauchen regelmäßige, praxisnahe Weiterbildung und kollegialen Austausch.
  • Verlässlicher IT Support: Ohne professionelle Wartung und schnellen Support werden digitale Geräte zur Belastung statt zur Entlastung.
  • Pädagogik vor Technik: Die entscheidende Frage lautet nicht „Welches Gerät kaufen wir?", sondern „Welches Lernziel wollen wir erreichen?"

Digitalisierung als Chance begreifen

91 Prozent der Bevölkerung fordern staatliche Förderung stabiler Internetverbindungen für Schulen. Der gesellschaftliche Wille ist vorhanden, die Finanzierung steht. Doch Geld und Geräte allein machen noch keine gute digitale Schule. Entscheidend ist, dass Schulen die Digitalisierung als pädagogischen Entwicklungsprozess verstehen: mit klaren Zielen, geprüften Werkzeugen und Lehrkräften, die sich sicher im Umgang mit neuen Technologien fühlen. Plattformen wie Skillsquare für Schulen zeigen, wie Digitalisierung konkret gelingen kann: Eine einzige DSGVO konforme Lösung, die Materialerstellung, KI Korrektur und individuelle Förderung verbindet und sich ohne aufwendige IT Infrastruktur einführen lässt. Die Technik ist bereit. Jetzt kommt es darauf an, sie richtig einzusetzen.