KI im Unterricht: Leitfaden
Wie Sie KI sinnvoll in Ihren Unterricht integrieren, ohne den pädagogischen Anspruch zu verlieren.
Artikel lesen →Am 11. Mai 2026 hat das FWU bekannt gegeben: Der länderübergreifende Schul-Chatbot telli heißt ab 20. Mai 2026 AIS.chat. Was sich für Lehrkräfte, Schulleitungen und Schülerinnen und Schüler ändert — und was nicht.
Mit Ablauf des 19. Mai 2026 endet die Erlaubnis, den Markennamen „telli" weiter zu führen. Das hat das FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht — das Medieninstitut der 16 Bundesländer — am 7. Mai 2026 in einer Pressemitteilung bestätigt. Am 11. Mai 2026 folgte die offizielle Mitteilung an die Schulen: Ab dem 20. Mai 2026 läuft der bisherige telli-Chatbot unter dem Namen AIS.chat weiter. Funktionen, Zugänge und Anmeldedaten bleiben bestehen, lediglich Marke, Login-Adressen und einzelne Begriffe ändern sich. Für Lehrkräfte ist das eine gute Gelegenheit, einen Schritt zurückzutreten und sich zu vergegenwärtigen, was hinter diesem länderübergreifenden Projekt eigentlich steht.
Anlass der Umbenennung sind ausschließlich markenrechtliche Anforderungen, nicht etwa ein Wechsel des Betreibers oder der zugrundeliegenden Sprachmodelle. Das FWU schreibt in seiner Mitteilung vom 11. Mai 2026 ausdrücklich: „An dem Chatbot selbst, seinen Funktionen und seinem Einsatz im Unterricht ändert sich dadurch nichts." Lehrkräfte können wie gewohnt weiterarbeiten. Die 16 Bundesländer waren in den Prozess der Namensfindung eingebunden und haben gemeinsam entschieden. Der neue Name macht die Zugehörigkeit zum übergeordneten Vorhaben „Adaptives Intelligentes System" (AIS) sichtbar, das die Länder bereits seit 2024 gemeinsam entwickeln.
Login über telli.schule, telli-Points als Guthabeneinheit, telli-Wortmarke in Materialien und Schulkommunikation.
Neue Login-Adresse app.ais-chat.schule, telli-Points heißen jetzt Tokenvolumen, AIS.chat-Logo in allen offiziellen Handreichungen.
Praktisch bedeutet das für Schulen: Lesezeichen, Lernpläne und in der Schule verteilte Anleitungen sollten in den kommenden Wochen aktualisiert werden. Das Gymnasium Oberpfalz weist Lehrkräfte in einem Beitrag vom 11. Mai 2026 darauf hin, dass sogar abmahnfähige Inhalte entstehen können, wenn nach dem 20. Mai weiter mit dem alten Logo geworben wird — ein Hinweis, der für Schulhomepages und Materialien relevant ist.
AIS.chat ist explizit für den Unterrichtseinsatz entwickelt worden und unterscheidet sich darin von frei zugänglichen Chatbots. Laut der offiziellen Projektseite ais-chat.schule arbeiten Lehrkräfte über die Single-Sign-On-Lösung VIDIS pseudonymisiert, die zugrundeliegenden Sprachmodelle werden ausschließlich auf Servern in der Europäischen Union betrieben. Das macht AIS.chat zu einer Lösung, die mit den Anforderungen der DSGVO und der EU-KI-Verordnung zusammengeht.
Unterrichtsentwürfe, Stundenverläufe und Lernziele entwerfen lassen
Aufgaben für verschiedene Lernniveaus gleichzeitig erzeugen
Fiktive Gesprächsfiguren für Rollenspiele und Perspektivwechsel anlegen
Eigene Bildprompts für Sprach-, Kunst- und Sachunterricht erstellen
Konfigurierte Lernszenarien per Link mit Schülerinnen und Schülern teilen
Im Funktionsumfang stechen vor allem die sogenannten Assistenten, Dialogpartner und Lernszenarien hervor. Eine Lehrkraft kann etwa für eine Geschichtsstunde einen Dialogpartner anlegen, der Friedrich II. simuliert, dazu Quellenhinweise hinterlegt und festlegt, in welcher Stilebene geantwortet werden soll. Schülerinnen und Schüler erhalten dann einen Zugangslink, der den Dialog auf das vereinbarte Lernziel begrenzt. Das hat den Vorteil, dass die Lehrkraft den Rahmen kontrolliert und Lernende KI nicht in einem offenen Chatfenster, sondern in einer didaktisch gestalteten Umgebung erleben.
Der Rollout hat sich in den vergangenen zwölf Monaten beschleunigt. Bremen führte den Chatbot laut blogist-Recherche bereits am 25. Juni 2025 als erstes Land flächendeckend an allen öffentlichen Schulen ein. Niedersachsen folgte Mitte Februar 2026 über die Niedersächsische Bildungscloud, Hessen ist seit Oktober 2025 über das Hessische Schulportal angebunden. Laut ais-chat.schule steht der Chatbot Stand Mai 2026 in zehn Bundesländern offen: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Saarland und Thüringen. Für Sachsen ist die Freigabe für 2026 angekündigt.
Juni 2025
Bremen führt telli als erstes Bundesland flächendeckend ein
Feb 2026
Niedersachsen schaltet Zugang über die Bildungscloud frei
11. Mai 2026
FWU kündigt die Umbenennung zu AIS.chat offiziell an
20. Mai 2026
Neuer Name AIS.chat tritt in allen Bundesländern in Kraft
Lehrkräfte in den verbleibenden sechs Bundesländern können den Stand der Einführung beim eigenen Schulträger oder Medienzentrum erfragen. Parallel zum Chatbot stellen einzelne Länder zusätzliche Werkzeuge bereit: Baden-Württemberg etwa „F13", einen offenen Sprachmodell-Assistenten, der seit Sommer 2025 verfügbar ist und laut dortigem Kultusministerium die berufsbildende Lizenz für fobizz ergänzt.
Die Umbenennung ist auch ein Anlass, vorhandene Routinen zu überprüfen. Vier Schritte machen den Übergang ruhig und schaffen für Schülerinnen und Schüler Verlässlichkeit.
Tauschen Sie auf der Schul-Website, im LMS und in ausgeteilten Materialien telli.schule durch app.ais-chat.schule aus, bevor der Stichtag in Kraft tritt.
Öffnen Sie Ihre angelegten Assistenten und Dialogpartner und kontrollieren Sie, ob Inhalte oder Beispielprompts den alten Markennamen enthalten. Der Funktionsumfang bleibt laut FWU unverändert.
Klären Sie eine Schulstunde lang mit der Klasse, dass sich nur der Name ändert. Das nimmt Unsicherheit, gerade weil Schülerinnen und Schüler den Chatbot häufig zu Hause weiter nutzen.
Aus telli-Points werden Tokenvolumen. Sprechen Sie im Kollegium ab, welche Aufgabenformate viel Tokenvolumen verbrauchen, damit das Monatsbudget für die ganze Lerngruppe reicht.
AIS.chat deckt vor allem die offene Arbeit mit Sprachmodellen ab: Unterrichtsentwürfe, Differenzierung von Texten, dialogische Lernsituationen. Für Aufgaben wie das systematische Korrigieren von Klassensätzen, das einheitliche Anlegen von Arbeitsblättern mit festen Lehrplanbezügen oder das Erfassen individueller Lernstände ergänzen viele Schulen den Chatbot um spezialisierte Werkzeuge. Skillsquare-Anwenderinnen und -Anwender nutzen dazu den Material-Generator für Arbeitsblätter und den KI-Schreibcoach, der Lernende dialogisch durch ihre Texte führt — beides Aufgaben, die ein allgemeiner Chatbot nur ansatzweise leistet.
FWU-Mitteilung vom 11. Mai 2026, ais-chat.schule„AIS.chat bleibt ein eigenständiges Produkt für den schulischen Einsatz. Der neue Name macht die Zugehörigkeit zum länderübergreifenden Vorhaben Adaptives Intelligentes System sichtbar."
Die Umstellung vom 20. Mai 2026 ist deshalb keine Zäsur, sondern ein guter Anlass, den eigenen KI-Werkzeugkasten zu sortieren. AIS.chat liefert die datenschutzkonforme Grundlage für offenen KI-Einsatz im Unterricht. Spezialisierte Lehrkräfte-Werkzeuge übernehmen die strukturierten Routinen — von der Materialerstellung bis zum Feedback. Wer beides kombiniert, profitiert von einem länderübergreifenden Standard und behält gleichzeitig die fachliche Tiefe, die der Schulalltag braucht.
Sehen Sie in einer kurzen Demo, wie sich Skillsquare neben AIS.chat in Ihren Schulalltag einfügt — von der differenzierten Materialerstellung bis zum dialogbasierten Schreibcoaching, ergänzend zum staatlichen Chatbot.
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