PRAXIS
Warum 25 Prozent keine Garantie für ein Kind von vier sind
Ein Kreuzungsschema liefert Erwartungswerte für sehr viele Nachkommen, nicht eine Verteilung für den Einzelfall. Bei vier Kindern eines Elternpaares mit einem Erwartungswert von 25 Prozent kann das Merkmal viermal, einmal oder gar nicht auftreten. Diese Unterscheidung wird in Klausuren regelmäßig geprüft und in Antworten ebenso regelmäßig übersehen.
Der zweite Punkt betrifft die Modellannahmen. Ein einfaches Schema setzt voraus, dass ein Gen mit zwei Allelen das Merkmal bestimmt, dass die Allele unabhängig weitergegeben werden und dass keine Kopplung oder Umweltwirkung vorliegt. Diese Annahmen gehören ausdrücklich in die Antwort – gerade weil viele reale Merkmale komplexer bestimmt sind.
Bei Stammbaumaufgaben schließlich lohnt der Weg über den Ausschluss. Tritt ein Merkmal in einer Generation auf, obwohl beide Eltern es nicht zeigen, ist es rezessiv – daraus folgen die Genotypen der Eltern zwingend. Der Tutor-Agent kann bei dieser Schlussrichtung nachfragen, statt eine fertige Zuordnung zu liefern.