PRAXIS
Warum Oxidationszahlen keine Erklärung sind
Oxidationszahlen sind ein formales Hilfsmittel: Sie werden nach festen Regeln vergeben und zeigen an, wo Elektronen buchhalterisch zugeordnet werden. Sie beschreiben keine tatsächlichen Ladungen und erklären auch nicht, warum eine Reaktion abläuft. Wer in einer Klausur schreibt, ein Teilchen werde oxidiert, „weil sich die Oxidationszahl erhöht“, hat die Richtung der Begründung umgedreht.
Fachlich sauber ist der umgekehrte Weg: Ein Teilchen gibt Elektronen ab, deshalb steigt seine Oxidationszahl. Diese Unterscheidung klingt kleinlich und entscheidet in der Oberstufe regelmäßig über Punkte – vor allem bei Aufgaben, in denen begründet werden soll, welches Teilchen als Reduktionsmittel wirkt.
Für die Bilanz gilt eine einfache Kontrolle, die fast alle Fehler abfängt: Am Ende müssen die Elektronen vollständig aus der Gesamtgleichung verschwunden sein. Bleiben welche übrig, wurden die Teilgleichungen nicht richtig angeglichen. Der Korrektur-Agent kann genau diesen Punkt markieren, ohne die Lösung vorwegzunehmen.
Beispiel Metallabscheidung
Zink im Kupfersalz
Zink gibt Elektronen ab, Kupfer-Ionen nehmen sie auf – die rötliche Abscheidung ist die sichtbare Folge.
Beispiel Kontrolle
Elektronen müssen verschwinden
Steht in der Gesamtgleichung noch ein Elektron, wurden die Teilgleichungen nicht korrekt angeglichen.