PRAXIS
Warum „es hat sich verändert“ nicht reicht
Beim Erhitzen von Zucker wird die Masse braun, riecht anders und lässt sich nicht mehr in Wasser lösen wie zuvor. Beim Schmelzen von Wachs verändert sich ebenfalls das Aussehen – aber beim Abkühlen ist alles wieder wie vorher. Genau dieser Unterschied ist der Prüfstein: Nicht die sichtbare Veränderung entscheidet, sondern ob die Stoffeigenschaften danach andere sind.
Deshalb lohnt es sich, vor jedem Versuch zwei Eigenschaften der Ausgangsstoffe zu notieren und dieselben nach dem Versuch erneut zu prüfen. Diese kleine Routine ersetzt das Raten und liefert nebenbei die Begründung für die Antwort. Der Korrektur-Agent kann prüfen, ob die Einordnung auf diesen Vergleich gestützt ist oder nur behauptet wird.
Das Teilchenmodell kommt an dieser Stelle als Kontrollwerkzeug hinzu. Wenn im Bild vorher zwei Sauerstoffatome vorkommen, müssen nachher ebenfalls zwei vorhanden sein – Atome verschwinden nicht. Wer diese Bilanz in Klasse 7 mit Bildern übt, hat in Klasse 8 beim Ausgleichen von Reaktionsgleichungen kaum noch Schwierigkeiten.