PRAXIS
Warum die Sprachkorrektur warten sollte
Wer eine erste Fassung mit rot markierten Sprachfehlern zurückbekommt, überarbeitet genau diese Stellen. Das ist rational: Die Korrektur zeigt, worauf es offenbar ankommt. Dass der Text als letter to the editor gar nicht funktioniert, weil der Adressat nie in den Blick kommt, bleibt dabei unbearbeitet.
Zwei getrennte Rückmeldungsrunden lösen das. In der ersten geht es ausschließlich um ideas, Struktur und Adressatenbezug; sprachliche Fehler bleiben unmarkiert. Erst in der zweiten Runde folgt die Sprachebene – dann aber kategorisiert, damit Lernende Muster erkennen statt Einzelfehler abzuarbeiten.
Der Feedback-Agent von Skillsquare unterstützt beide Runden getrennt und kann Fehler nach Kategorien bündeln. Für den Transfer erzeugt der Material-Agent Mediationsaufgaben, bei denen die Auswahl des Relevanten die eigentliche Leistung ist.
Rückmeldungsentwurf
Letter to the editor, erste Runde
„Your position is clear from paragraph two onwards. Who exactly are you addressing – and what should this reader do after reading? Add one sentence that makes the purpose explicit.“
Unterrichtseinsatz
Fehlerkategorien an der Tafel
Die drei häufigsten Kategorien der Lerngruppe werden gesammelt und in einer kurzen Übungsphase gezielt bearbeitet – statt achtundzwanzig Einzelkorrekturen.