PRAXIS
Warum simulierte Messwerte im Physikunterricht schaden
Ein Sprachmodell liefert auf Anfrage eine vollständige Messreihe mit plausibler Streuung. Für den Physikunterricht ist das wertlos und sogar schädlich: Die eigentliche Leistung besteht darin, Messungenauigkeit zu erkennen, Ausreißer zu erklären und aus realen Daten eine Aussage abzuleiten. Erfundene Werte sind zu glatt und nehmen genau diese Erfahrung weg.
Sinnvoll ist die Unterstützung dagegen bei der Auswertung eigener Messungen. Wenn eine Klasse Spannung und Stromstärke an verschiedenen Widerständen gemessen hat, kann der Tutor-Agent bei der Frage helfen, warum die Punkte nicht exakt auf einer Geraden liegen – und was daraus für das Ohmsche Gesetz folgt. Die Daten bleiben real, die Deutung wird begleitet.
Für die Realschule kommt der technische Anschluss hinzu. Elektrische Grundgrößen, Kraft und Hebel, Energieumwandlung: Diese Themen haben unmittelbare Entsprechungen in handwerklichen und technischen Berufen. Eine Aufgabe, die mit einer Fahrradbremse, einer Sicherung oder einem Werkzeug endet, macht den Zusammenhang begreifbar – und gibt der Rechnung einen Zweck.