HINTERGRUND
Warum die Gewinner-Verlierer-Schablone zu kurz greift
Bei der Analyse einer Warenkette liegt ein einfaches Urteil nahe: Wer produziert, verdient wenig; wer verkauft, verdient viel. Das ist als Beobachtung oft richtig und als Analyse trotzdem unbrauchbar, weil es keine der interessanten Fragen beantwortet.
Interessanter wird es bei den Akteuren. Warum kann ein Zwischenhändler den Preis drücken? Was ändert sich, wenn eine Kooperative direkt exportiert? Wer trägt das Risiko bei einer Missernte? Diese Fragen führen zu Antworten, die über die Schablone hinausgehen.
Der Tutor-Agent von Skillsquare arbeitet deshalb mit einem Akteursraster und trennt lokale von globaler Ebene. Vor jeder Bewertung wird gefragt, nach welchen Kriterien du urteilst – ökologisch, ökonomisch oder sozial führen oft zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Beispielraster
Stationen einer Kaffeekette
Anbau, Aufkauf, Verschiffung, Röstung, Handel, Verkauf – jeweils mit Ort, Funktion und geschätztem Anteil am Endpreis.
Beispielrückfrage
Nach welchem Kriterium?
„Du sagst, der Direkthandel ist besser. Nach welchem Kriterium – Einkommen der Produzenten, Transportemissionen oder Preisstabilität? Die Antworten fallen unterschiedlich aus.“