PRAXIS
Warum generierte Zahlen im Politikunterricht besonders riskant sind
In vielen Fächern fällt eine erfundene Angabe schnell auf. Im Politikunterricht ist das anders: Eine plausible Prozentzahl zur Wahlbeteiligung, eine leicht verschobene Sitzverteilung oder eine falsch zugeordnete Zuständigkeit liest sich unauffällig und wird von Lernenden übernommen. Für Material gilt deshalb eine einfache Regel: Quelle und Datum oder streichen.
Am tragfähigsten ist es, das Material selbst mitzubringen und nur die Aufgaben generieren zu lassen. Ein Schaubild der amtlichen Statistik, ein Auszug aus dem Grundgesetz oder ein datierter Zeitungsausschnitt ist überprüfbar; der Material-Agent formuliert dazu Aufgaben in den Anforderungsbereichen und ergänzt Hilfen für schwächere Gruppen.
Der zweite fachspezifische Punkt betrifft die Urteilsaufgabe. „Beurteile die Maßnahme“ ohne Maßstab führt zu Meinungsäußerungen, die sich weder rückmelden noch bewerten lassen. Wird der Maßstab dagegen benannt – Wirksamkeit, Verteilungsgerechtigkeit oder Verhältnismäßigkeit –, entsteht eine Aufgabe, zu der auch eine begründete Gegenposition möglich ist.