FÜR ELTERN
Warum mehr Üben allein nicht hilft
Bei Matheangst liegt das Problem selten in der Menge der Übung, sondern in ihrem Erleben. Wer eine Aufgabe als bedrohlich empfindet, arbeitet unter innerer Anspannung – und genau diese Anspannung blockiert das Arbeitsgedächtnis, das für mehrschrittiges Rechnen gebraucht wird.
Deshalb führt zusätzliches Üben auf zu hohem Niveau oft zu einer Verschlechterung: Die Zahl der Misserfolge steigt, und die Überzeugung, es nicht zu können, wird bestätigt. Wirksamer ist es, bewusst eine Stufe tiefer anzusetzen und die Schwierigkeit erst dann zu erhöhen, wenn Sicherheit entstanden ist.
Hilfreich ist zudem, über den Rechenweg statt über das Ergebnis zu sprechen. Die Frage, wo genau es unklar wurde, ist beantwortbar; die Frage, warum das falsch war, ist es für ein verunsichertes Kind meist nicht. Bei anhaltender oder starker Belastung ist zusätzlich das Gespräch mit der Lehrkraft oder der schulischen Beratung sinnvoll.
Situation
Das Heft bleibt zu
Statt zur aktuellen Aufgabe zu drängen, beginnt die Einheit mit zwei Aufgaben aus dem vorherigen Thema, die sicher gelingen.
Situation
Blackout im Test
Wenn zu Hause alles gelingt und im Test nichts, liegt die Hürde meist nicht im Stoff. Kurze Übungen unter Zeitvorgabe helfen mehr als zusätzlicher Stoff.
Hinweis
Wann Unterstützung nötig ist
Bei anhaltender Angst, Schlafproblemen oder starker Belastung sollte das Gespräch mit Lehrkraft, Schulsozialarbeit oder Beratungsstelle gesucht werden.