HINTERGRUND
Warum Folgen hier nicht zählen
Der häufigste Fehler in kantischen Aufgaben ist die utilitaristische Begründung: „Lügen ist falsch, weil dadurch Vertrauen zerstört wird.“ Das ist eine Folgenaussage und damit die Argumentation einer anderen Theorie.
Kant prüft dagegen, ob die Maxime als allgemeines Gesetz überhaupt denkbar wäre. Beim Lügenversprechen entsteht ein Widerspruch im Denken: Wenn alle in dieser Lage falsche Versprechen gäben, würde niemand mehr Versprechen glauben – und das Lügenversprechen wäre gar nicht mehr möglich.
Dieser Unterschied ist der Kern jeder Bewertung. Skillsquare markiert deshalb Stellen, an denen du folgenorientiert argumentierst, obwohl die Aufgabe eine pflichtethische Prüfung verlangt – und umgekehrt.
Aufgabentyp
Maxime prüfen
Eine vollständig formulierte Maxime wird universalisiert; der entstehende Widerspruch wird benannt.
Aufgabentyp
Menschheitsformel anwenden
Geprüft wird, ob eine betroffene Person bei voller Kenntnis zustimmen könnte.
Rückmeldung
Folgen statt Grundsatz
Argumentiert eine Antwort mit Konsequenzen, wird das markiert – das ist die häufigste Verwechslung.