Sachsen-Anhalt · Schul-KI

KI an Schulen in Sachsen-Anhalt: Lernende prüfen mit

Wer KI-Ausgaben nur nutzt, lernt wenig darüber. Wer sie systematisch prüft, baut fachliche Urteilskompetenz auf – und liefert der Schule zugleich brauchbare Daten.

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AUF EINEN BLICK

Prüfen als Lernaufgabe

Die Lerngruppe wird nicht Anwenderin, sondern Prüfinstanz: Sie vergleicht Ausgaben mit dem Fachwissen, dokumentiert Abweichungen und lernt dabei genau den Stoff, um den es geht.

  • Jede geprüfte Ausgabe wird einer von drei Kategorien zugeordnet: korrekt, unvollständig, falsch.
  • Abweichungen kommen mit Beleg in ein gemeinsames Fehlerarchiv.
  • Das Archiv wird im Unterricht ausgewertet – es ist Lernmaterial, keine Statistik.
  • Vorgaben von Landes- oder Schulbehörde, Schulträger und Datenschutzrolle vorab klären.

ENTSCHEIDUNGSHILFE

Was den Unterschied zur bloßen Nutzung ausmacht

Prüfen funktioniert nur mit einer fachlichen Referenz. Ohne Erwartungshorizont wird aus der Prüfung ein Bauchgefühl.

  • Für jede Prüfaufgabe eine fachliche Referenz bereitstellen.
  • Kategorien vorgeben, damit Befunde vergleichbar bleiben.
  • Belegpflicht einführen: Jede Abweichung braucht eine Fundstelle.
  • Auswertungstermine im Unterricht fest einplanen.
PILOT-WORKFLOW

Drei Bausteine eines prüfenden Schulversuchs

Prüfauftrag, Fehlerarchiv und ein geregelter Ausstieg machen aus Nutzung eine Lernaufgabe.

Prüfauftrag

Mit Referenz vergleichen

Die Lernenden erhalten eine Ausgabe und eine fachliche Referenz und bestimmen, wo beide auseinandergehen.

  • Referenz bereitstellen
  • Vergleich durchführen
  • Kategorie zuordnen

Fehlerarchiv

Befunde sammeln

Abweichungen werden mit Beleg und kurzer Begründung gesammelt – daraus entsteht ein fachlich sortiertes Archiv.

  • Befund eintragen
  • Beleg angeben
  • Fachlich sortieren

Ausstieg

Ende mitdenken

Zum Lebenszyklus gehört die Frage, wie der Einsatz beendet wird: Daten, Konten und Materialien werden geregelt übergeben oder gelöscht.

  • Ausstieg planen
  • Daten klären
  • Übergabe regeln
SCHRITT FÜR SCHRITT

Vom Prüfauftrag zur fachlichen Urteilskompetenz

Vier Schritte, in denen die Lerngruppe zugleich Stoff und Beurteilungsfähigkeit aufbaut.

Schul-Workflow KI Schule Sachsen-Anhalt
01

Mit Referenz vergleichen

02

Befunde sammeln

03

Ende mitdenken

04

Erklärung zur Zellteilung

05

Belegpflicht

1

Prüfaufgabe und Referenz vorbereiten

Die Lehrkraft wählt Ausgaben aus und legt die fachliche Referenz bei, an der geprüft wird.

  • Ausgaben wählen
  • Referenz beilegen
  • Kategorien erklären
2

In Partnerarbeit prüfen

Zwei Lernende vergleichen unabhängig und einigen sich anschließend auf eine Kategorie mit Begründung.

  • Unabhängig prüfen
  • Ergebnis vergleichen
  • Begründung schreiben
3

Befunde ins Archiv übernehmen

Nur belegte Abweichungen werden aufgenommen; das hält das Archiv fachlich brauchbar.

  • Beleg prüfen
  • Eintrag anlegen
  • Doppeltes vermeiden
4

Archiv im Unterricht auswerten

Wiederkehrende Fehlertypen werden besprochen – sie sind zugleich Diagnose für den Lernstand der Gruppe.

  • Typen bündeln
  • Stoff wiederholen
  • Konsequenz ziehen

PRAXIS

Warum Prüfen mehr lehrt als Nutzen

Um zu beurteilen, ob eine Erklärung fachlich stimmt, muss man den Stoff beherrschen. Genau deshalb ist die Prüfaufgabe eine anspruchsvolle Lernaufgabe: Sie verlangt dasselbe Wissen wie die Aufgabe selbst, zusätzlich aber ein Urteil.

Für die Lerngruppe hat das einen angenehmen Nebeneffekt. Eine falsche Ausgabe zu finden ist motivierender als eine weitere Übungsaufgabe – und die Begründung, warum sie falsch ist, ist inhaltlich anspruchsvoller als die Lösung.

Für die Schule entsteht dabei eine belastbare Grundlage. Das Fehlerarchiv zeigt konkret, an welchen Stellen die Ausgaben fachlich nicht tragen, und macht die Entscheidung über eine Fortsetzung nachvollziehbar.

Anlass

Erklärung zur Zellteilung

Die Lerngruppe vergleicht eine Ausgabe mit dem Lehrbuch und markiert eine vertauschte Reihenfolge der Phasen.

Prüfpunkt

Belegpflicht

Ein Befund ohne Fundstelle wird nicht aufgenommen – das hält das Archiv fachlich brauchbar.

Ergebnis

Archiv als Diagnose

Welche Fehler die Gruppe nicht gefunden hat, ist für die Lehrkraft mindestens so aufschlussreich wie die gefundenen.

REDAKTIONELLE VERTIEFUNG

KI-Pilot in Sachsen-Anhalt: Lernende als kritische Prüfer beteiligen

Ein KI-Schulversuch in Sachsen-Anhalt kann fachliches Lernen mit transparenter Urteilskompetenz verbinden, wenn Schülerinnen und Schüler Ausgaben nicht nur nutzen, sondern systematisch prüfen. Vorab sind aktuelle Vorgaben mit zuständiger Landes- oder Schulbehörde, Schulträger und Datenschutzrolle zu klären; das Konzept stellt keine Rechtsberatung dar.

Prüfkompetenz

Lernende bauen ein fachliches Fehlerarchiv auf

In einer begrenzten Unterrichtsreihe prüfen Kleingruppen KI-Antworten zu derselben fachlichen Frage anhand vorgegebener Materialien. Sie klassifizieren Fehler als unbelegt, missverständlich, widersprüchlich oder sachlich falsch und schreiben anschließend eine korrigierte Antwort mit nachvollziehbaren Belegen.

Das entstehende Fehlerarchiv enthält keine personenbezogenen Eingaben, sondern gekürzte Beispiele, Quellenbezug und Korrekturhinweis. Es dient späteren Lerngruppen als Trainingsmaterial und zeigt anschaulich, warum flüssige Sprache noch keine fachliche Verlässlichkeit garantiert.

  • Fehler fachlich kategorisieren
  • Korrekturen mit Belegen sichern
  • Personenfreie Beispiele archivieren

Werkzeuglebenszyklus

Von der Auswahl bis zum geregelten Ausstieg planen

Neben dem Start plant die Schule Kontenänderungen, Rollenentzug, Datenlöschung, Anbieterwechsel und das Ende des Piloten. Der Schulträger klärt die technische Einbindung, während Landes- oder Schulbehörde und zuständige Datenschutzrolle nach aktuellem Stand in die jeweils verantworteten Fragen einbezogen werden.

Die Projektakte verzeichnet Zweck, geprüfte Funktionen, freigegebene Datenarten, zuständige Personen und Wiedervorlage. Sie enthält ausdrücklich keine pauschale Zukunftsfreigabe: Ändern sich Funktion, Vertrag oder Verarbeitung, wird die betroffene Nutzung bis zur erneuten Klärung ausgesetzt.

  • Ausstieg von Beginn an mitplanen
  • Verantwortungen funktional trennen
  • Änderungen stoppen die Freigabe

Schulentscheidung

Urteilskompetenz und Betrieb gemeinsam bewerten

Die fachliche Auswertung vergleicht erste und spätere Fehleranalysen: Werden Belege genauer gewählt, Widersprüche häufiger erkannt und Korrekturen verständlicher begründet? Ergänzend werden Zugangsprobleme, Supportfälle und Lehrkräfteaufwand erfasst, damit das Bild nicht auf Lernprodukten allein beruht.

Für eine Fortsetzung benennt die Schule konkrete Bedingungen, etwa ein aktualisiertes Fehlerarchiv, feste Prüftermine und erreichbare Verantwortliche. Ohne diese Voraussetzungen endet oder pausiert der Versuch; ein positives Stimmungsbild ersetzt weder Lernnachweis noch aktuellen Abgleich mit den zuständigen Stellen.

  • Fehleranalysen im Verlauf vergleichen
  • Betriebsaufwand mitberücksichtigen
  • Fortsetzung an Bedingungen binden

Sachsen-Anhalt: aus Prüfen wird Lernen

Geben Sie der Lerngruppe Prüfaufträge mit fachlicher Referenz, sammeln Sie belegte Befunde im Archiv und werten Sie es im Unterricht aus.

FAQ

Häufige Fragen

Die Lernenden erhalten eine Ausgabe und eine fachliche Referenz, ordnen sie einer von drei Kategorien zu und begründen Abweichungen mit einer Fundstelle.
Nur belegte Abweichungen mit kurzer fachlicher Begründung. Ohne Belegpflicht füllt sich das Archiv mit Vermutungen und verliert seinen Wert für den Unterricht.
Weil jeder Werkzeugeinsatz endet – durch Entscheidung, Vertragsende oder Wechsel. Wer Daten, Konten und Materialübergabe vorher regelt, vermeidet ungeklärte Zustände.
Nein. Das Konzept stellt keine Rechtsberatung dar. Aktuelle Vorgaben sind mit zuständiger Landes- oder Schulbehörde, Schulträger und Datenschutzrolle zu klären.

Starten Sie mit dem Plan, der am besten zu Ihnen passt.

Ob Schüler:in, einzelne Lehrkraft oder ganzes Kollegium – wir haben das richtige Angebot für Ihren Unterricht.

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