HINTERGRUND
Warum Endpunkt und Äquivalenzpunkt nicht dasselbe sind
Der Äquivalenzpunkt ist eine rechnerische Größe: Dort sind Säure und Base im stöchiometrischen Verhältnis vollständig umgesetzt. Er lässt sich aus der Reaktionsgleichung bestimmen, aber nicht direkt sehen.
Der Endpunkt ist dagegen das, was du beobachtest – der Farbumschlag des Indikators. Er liegt nur dann nahe genug am Äquivalenzpunkt, wenn der Indikator zum erwarteten pH-Bereich passt.
Deshalb ist die Wahl des Indikators eine eigene Aufgabenstellung. Titrierst du eine schwache Säure mit starker Base, liegt der Äquivalenzpunkt im basischen Bereich, und ein Indikator mit Umschlag im sauren Bereich würde systematisch zu früh anzeigen.
Rechenbeispiel
20 mL Probe
Bei 18,5 mL Natronlauge mit 0,1 mol/L und einem Verhältnis von eins zu eins ergibt sich für 20,0 mL Probe eine Konzentration von etwa 0,093 mol/L.
Fehlerbild
Verhältnis übersehen
Bei einer zweiprotonigen Säure wird eins zu eins gerechnet – das Ergebnis liegt um den Faktor zwei daneben.
Anschlussübung
Nur Indikatorwahl
Eine kurze Serie trainiert ausschließlich die Zuordnung von Indikator und erwartetem Äquivalenzpunkt.